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Stoppenberger Geschichte

Vorgeschichte

Vor 280 Millionen Jahren gab es hier noch keine Menschen, aber ein wichtiger Abschnitt in der Geschichte Stoppenbergs war die Karbonzeit. In dieser Epoche wuchsen die Wälder, aus denen später die Steinkohle entstand und zwar als Fettkohle in verkokbarer Qualität.
Menschen gibt es erst seit 1 Million Jahren.
Von der Eiszeit wurde die Oberfläche Stoppenbergs modelliert. In dieser Zeit entstanden die sieben Hügel der Stoppenberger Landschaft. Riesige Gletscher, die aus dem Norden Europas kamen, dehnten sich bei Vordringen auch über Essen bis zu der südlichen Ruhrhöhen aus. Hierdurch entstand die wellige Hellweglandschaft. Die Trockenperioden der Eiszeit, die sehr kalt waren, sind für den vermahlenen Gesteinstaub verantwortlich, den wir immer wieder als Löß in unserer Heimat finden.
1911 fand man beim Bau des Rhein-Herne-Kanals im Essener Raum eine Feuersteinklinge. Nach Schätzungen von Experten ist sie 180.000 Jahre alt. Sie weist uns nach, daß in unserem Gebiet schon damals Menschen gelebt haben. Es war eine Warmzeit.
Vor etwa 100.000 Jahren war die zweite und letzte Warmzeit; hier gehört der Neandertaler zeitrechnungsmäßig hin. Vor dem Neandertaler müssen also in unserer Zone schon Menschen gelebt haben.
Der fruchtbare Lößboden war Anlaß, daß schon vor 4.000 Jahren wahrscheinlich Waldbauern sich hier niederließen (Brandkeramik). Die Waldbauern waren die erste seßhaft Bevölkerung.
Dann folgten Völker der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit. Die Wälder wurden gerodet und in Ackerland verwandelt; darauf deuten die Namen Hallo, Stoppenberg, Segeroth usw. Beispiel: Bochold = Buchenholz, Buchenwald, Hallo = hochgelegener Wald.
Unsere Gegend gehörte in der Zeit nach Christi zum Bruktererland. Es war die Zeit, da Drusus’ Römerlegionen auf dem Zuge vom Rhein längs der Lippe und Emscher zur Weser unsere heimischen Wälder durchzogen. Denn am Stoppenberg vorbei zog sich der Hellweg.
Die einzigen noch verbliebenen greifbaren Zeugen jener und der folgenden Jahrhunderte sind wohl jene Schwerter und Urnen, die 1875 beim Bau der Zeche Helene an der Grenze zu Altenessen bei Ausschachtungsarbeiten gefunden wurden, ein Überbleibsel einer Grabstätte.
Die Brukterer schlossen sich gegen Ende des 3. Jahrhunderts dem Bund der fränkischen Völker an, “Frankenbund”.
Zu jener Zeit gab es aber auch noch den Sachsenbund, eine Vereinigung aller sächsischen Völker. Dieser Bund entwickelte sich im Laufe der Zeit immer, und selbst die Brukterer, die ja stammesmäßig nach Sachsen gehörten, traten zum Sachsenbund über. Unsere engere Heimat war also sächsisch. Doch gar nicht weit von hier, zwischen Essen und Werden, befand sich die Grenze der Sachsen und Franken.


Mittelalter

Für die erste urkundliche Erwähnung Stoppenbergs wird das Jahr 1073 angenommen. Die Äbtissin Schwanhild von Essen, die 15. oder 18. in der Reihenfolge der Äbtissinnen, erbaute auf dem Stoppenberg ein Oratorium, ein Bethaus.
Im selben Jahr bestätigte Erzbischof Anno die Stiftung.
Am 04. Februar 1074 weihte Anno die Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria und Heiligen Basilius, Nikolaus und Martin. Es war die Gründung des Stoppenberger Stiftes auf dem Gebiet des Oberhofes Stoppenberg, der zu der abgabenpflichtigen Oberhöfen des Stiftes Essen gehörte.
Der Mittelpunkt der Stoppenberger Bauerschaft war nun der Kapitelberg. Die Bauerschaft traf sich hier nicht nur zum sonntäglichen Kirchgang, sondern auch zum Hölting (Holzberatung). Man kann von einer Frühform kommunaler Selbstverwaltung sprechen. Der Stoppenberg war der Mittelpunkt des Siedlungsgebietes.
Die Fürstäbtissin besuchte das Unterstift oft mit Gefolge, um standesgemäß an der Messe teilzunehmen.
An Fronleichnam ging von Essen die Prozession bis nach Stoppenberg und wieder zurück. Darüber gibt es eine Urkunde (Geschichte des adligen Damenstifts von C. Meyer).
Im Anfang des 14.Jahrhunderts erbaute sich die Fürstin ihre “Cantzeley” an der “Burg” in Essen und verlegte von da an alle bedeutenden Gerichtssitzungen in dies Gebäude. Eine Richtstätte lag im Gebiet der ursprünglichen Bürgermeisterei Stoppenberg. Als man im Jahre 1901 in Huttrop neben dem “Schwanenbusch” Ausschachtungsarbeiten vornahm, wurde der Stumpf eines Galgens und der Nagel, an dem die Verbrecher gehenkt wurden, gefunden. Auch menschliche Skelette, darunter eines in ganz geduckter Stellung, grub man aus. Wahrscheinlich hat man letzteren, durch den Strang hingerichteten Verbrecher, abgeschnitten und einfach in eine unmittelbar unter dem Galgen aufgeworfene Grube fallen lassen und ihn dann verscharrt. Die Gebeine ließ Bürgermeister Meyer dann in ordnungsmäßiger Weise beisetzen. Die letzte Hinrichtung fand hier im Jahre 1795 statt.
Stoppenberg war auch verpflichtet, für den Sicherheitsdienst im Stiftsgebiet, Wachen zu stellen.
Es standen im Bezirk der Bürgermeisterei Stoppenberg im Jahre 1583 am Hohenbaum (für Altenessen und Stoppenberg), am Schwerbaum (für Rotthausen und Leithe) und am Palsterbaum (für Caternberg und Schonnebeck) ein Rottmeister und tags drei, nachts vier Mann Wache.
Die Äbtissinnen befanden sich in einem anhaltenden Streit mit der selbstbewußten Stadt Essen. Deshalb zogen sie es mitunter vor, sich in ihren Residenzen oder Unterstiften aufzuhalten. Hier wurden viele regierungsamtliche Urkunden verfaßt und ausgestellt. Das Stoppenberger Siegel und die Tracht der Nonnen wurden festgelegt. Am 14. September 1460 kam es in Stoppenberg zum Schleierstreit. Die Mitglieder des Stoppenberger Stiftes fühlten sich nicht verpflichtet “den Schleier zu nehmen”, das heißt, das Ordensgelübde abzulegen und nur noch Ordenstracht zu tragen. Dieses Recht war den Stiftsdamen in mehreren Briefen vom Köllner Erzbischof bestätigt worden. Doch die Fürstäbtissin von Essen, Sophia IV, von Gleichen, wollte das nicht billigen. So kam es zum Schleierstreit auf dem Stoppenberg. Doch die Stoppenberger Stiftsdamen ließen sich nicht beirren, sie lehnten den Schleier ab, und so ist es in der Folgezeit auch geblieben.
Im 13. und 14. Jahrhundert bildeten sich die festen Häuser oder Rittersitzer Portendieck in Schonnebeck, Achternberg in Rotthausen und die Oberhöfe Eickenscheidt, Nienhausen, Nünning und Stoppenberg. Gefolgsleute der Äbtissinnen wurden damit belehnt. Von den Rittergütern und Oberhöfen ist fast nichts geblieben. An das Gutshaus Portendieck erinnert nur noch eine Straße in Schonnebeck.


Das ländliche Stoppenberg

Betrachtet man die Karte von Geometer Honigmann und Conducteur Vogelsang von 1803 sieht man um den Stoppenberg dünn besiedeltes Land.
Einige Häuser erkennt man – die Bauernschaften.
Zu Stoppenberg zählten die Bauernschaften Katernberg, Rotthausen, Kray, Leithe, Schonnebeck, Frillendorf, Rüttenscheid, Huttrop, und Altenessen mit Karnap. Die Bauernhöfe waren durchweg in Fachwerkbauweise errichtet. Dazu gehörte auch der Tuttmannhof, der 1895 abgebrochen wurde. Er war ein sogenanntes Leibgewinngut des adligen Damenstiftes Stoppenberg und ein Unterstift des Viehofes. Erbaut wurde der Hof laut Inschrift auf dem Torpfosten im Jahre 1534. 1730 erwarb das Stift Stoppenberg den Hof für 2700 Reichstaler. Nach Aufhebung des Stiftes, 1803, ging der Hof auf die preußische Domänenverwaltung über.
1810 wurde der Hof an Wilhelm Tuttmann verpachtet, der vergeblich versuchte, ein erhebliches Nutzungsrecht geltend zu machen. 1836 erwarb er den Hof vom preußischen Staat für 5500 Taler.
Noch heute fließen einige Bäche durch das Stoppenberger Land. Damals wurden sie teilweise zum Betrieb von Wassermühlen genutzt, mit deren Hilfe das Korn gemahlen wurde. Zu den Mühlen gehörten künstlich angelegte Teiche, deren angesammeltes Wasser im Bedarfsfall das Mühlrad in Schwung brachte. Außerdem züchtete man in den Teichen und Bächen Fische.
In Stoppenberg gab es auch zwei Schleifmühlen.
Die Lebensweise im ländlichen Stoppenberg änderte sich jahrhundertelang wenig. Die Reformation faßte hier nicht Fuß.
Vom Hexenwahn wurde Stoppenberg auch betroffen. Dietrich Heerßkamp aus Stoppenberg wurde bezichtigt, mit dem Teufel im Bund zu stehen.
Man schrieb das Jahr 1589, als man dem Mann Schrauben auf das Schienbein setzte, ein eisernes Halsband umlegte, ihm die Hände auf dem Rücken zusammenband und ihn dann an den Händen hochzog, so daß die Arme aus den Schultergelenken gerissen wurden. Bei dieser Folter legte er sein Geständnis ab.
So raunt uns jeder Haus- und Flurname, jeder Bach und Teich und jedes Fleckchen der Heimat eine Geschichte von Freude und Glück, aber auch von traurigem Leid und Kümmer der Menschen zu.
Heute ist der Heeskampshof im Besitz der Zeche Friedrich Ernestine Nachfolger. Pächter Horn bewirtschaftete ihn. Die Gebäude sind teilweise noch vorhanden. Jetzt befindet sich hier der “Grüne Markt”.
Verschiedene Kriege brachten Soldaten ins Land, die raubten, branntschatzten und mordeten. Danach ging das Leben in der hergebrachten Weise weiter. Die letzte große Einquartierung war der Durchzug der Franzosen unter Napoleon von 1805 bis 1813. Hier litten die Bauernschaften große Not.


Das adlige Haus Portendieck

Es war Sitz des Geschlechts der Porten to dem Dieck. Ursprünglich handelte es sich um eine Wasserburg.
Das Geschlecht, das sich nach der Wasserburg nannte, gehörte zu den alten stiftseingesessenen Geschlechtern. Schon 1237 ist ein Lodewig oppen Diecke nachzuweisen. Die Herren von Dieck waren reich begütert in den Bauernschaften Schonnebeck und Stoppenberg (Lindemannshof, Schettershof, Niekämper u.a.).
Anfang des 17. Jahrhunderts ging das Haus durch Heirat an Familie Schüren auf Haus Horst über. Später gelangte das Gut an die Freiherren von Wenge, die sich von Wenge zum Dieck nannten. Nach dem Tod des Domherrn Franz Ferdinand von Wenge (1788) ging das Gut im Wege der Erbfolge auf die Familie von Hövel über.
Eines der letzten Besitzer war der Regierungspräsident August Freiherr von Hövel. Domherr Franz Ferdinand von Wenge war der Begründer der “Gute-Hoffnungs-Hütte” in Oberhausen.
Am 18. Oktober 1758 wurde die Antony-Hütte in Betrieb genommen, daraus entstand die GHH. Hier wurde das im Emscherbruch gefundene Raseneisenerz verhüttet. Seine letzte Ruhe fand Herr Franz Ferdinand von Wenge in der Stoppenberger Stiftskirche.


Stoppenberg als preußische Landgemeinde

Die Stürme der Französischen Revolution und Napoleon machten dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ein Ende. Das war im Jahre 1803.
Auch das geistliche Fürstentum Essen mit dem Unterstift Stoppenberg fiel an Preußen (Säkularisation). Die Stoppenberger Bauerschaften (nicht Bauern schaften) waren nun preußisch. Am 20.12.1803 war es mit der Stiftsherrlichkeit vorbei.
Im Stoppenberger freiweltlichen Damenstift lebten zu dieser Zeit 12 Stiftsfräulein. Sie bekamen eine Abfindung vom Königlich Preußischen Staat. Meist blieben sie in den Stiftshäusern auf dem Kapitelberg wohnen.
Die letzte der Stiftsdamen, welche vom Staate ein Gnadengehalt von 100 Talern erhielt, war Freiin Franziska Charlotte von Rietz, eine Großtante des Freiherrn von Hövel, der Landrat des Kreises Essen war. Sie war 28 Jahre alt bei Aufhebung des Stiftes und starb am 01.12.1870 zu Düsseldorf im Alter von 97 Jahren.
Die Stiftskirche mit ihrem Pfarrer Heinrich vom Kolke (1774 - 1810) war nun Pfarrkirche für Stoppenberg, Frillendorf, Schonnebeck und Caternberg.
Der erste Bürgermeister wurde der Rentmeister des Stiftes Stoppenberg, Bernhard Radhoff.
Er amtierte von 1802 bis 1807 unter den Preußen und von 1807 bis 1811 unter den Franzosen als Munizipalitätsdirektor und Maire.
Von 1806 bis 1813/14 fiel Stoppenberg mit seinen Bauerschaften an das unter französischer Herrschaft stehende Herzogtum Berg. In dieser Franzosenzeit wurde der “Kanton” Essen aufgeteilt in die 4 “Mairien”: Essen, Altenessen (Stoppenberg), Steele und Borbeck.
Die Bürgermeisterei Stoppenberg ging aus der Teilung der Bürgermeisterei Altenessen am 01.01.1874 hervor.
Die Bürgermeisterei Altenessen/Stoppenberg hatte von 1802 bis zur Eingemeindung 1929 zehn Bürgermeister:
Bernhard Radhoff (1802-1811)
Johannes Alois Theodor Nienhausen (1811-1815)
Christian Noot (1815-1834)
Bertram Pfeiffer (1834-1840)
Ffried. Biegon v. Czudnochowski (1840-1844)
Friedrich de Wolff (1844-1868)
Ernst Pean (1868-1873)
Josef Hoeren (1874-1891)
Carl Meyer (1891-1924)
Franz Bernhard Alfers (1924-1929)
Als Landgemeinde wurde Altenessen/Stoppenberg von einem Bürgermeister regiert, der auf Vorschlag des Landrats von der königlichen Regierung ernannt wurde. Ihm zur Seite standen zunächst ehrenamtliche Beigeordnete, das waren Großbauern und Gutsbesitzer, später auch Leute aus Industrie und Bergbau.
Die Bürgermeister mußten ihre Pläne vom Gemeinderat gutheißen lassen, der auf folgende Weise zustande kam: Alle die mehr als 150 Mark Grund- und Gebäudesteuer zahlten, waren automatisch im Rat. Das waren die “Meistbegüterten” oder “Meistbeerbten”. Der Rest wurde nach preußischem Dreiklassenrecht, einem “Geldsackwahlrecht” gewählt, das noch einmal die besitzenden Bürger begünstigte.
Dazu meinte der Stoppenberger Bürgermeister Hoeren: “Solange die Meistbegüterten im Gemeinderat die Mehrheit haben, wird manche wünschenswerte Reform nicht durchgeführt werden.”
Bedauerlicherweise hatten die zur Bürgermeisterei Altenessen bzw. Stoppenberg zusammengeschlossenen Gemeinden, die bei Inkrafttreten der Gemeindeverordnung für die Rheinprovinz von 1845 sich bietende Gelegenheit, sich zu größeren leistungsfähigen Gemeinden zusammenzuschließen versäumt, wie dieses andere Vororte getan hatten.
Denn eine Gemeinde mit 50.000 Seelen hat eine bessere Stoßkraft und einen viel kräftigeren Nachdruck bei der Vertretung ihrer Interessen, als eine Gemeinde wie Stoppenberg mit 11.000 Seelen (1907).


Die Industrie
(Zechen und Eisenbahnen)

Die ersten industriellen Unternehmen waren Schleifmühlen. Eine der ältesten Mühlen lag nahe dem Bahnhof Stoppenberg. Die Salkenbecke trieb sie an. Sie diente zum Schleifen und Bohren von Gewehrläufen für die Essener Büchsenmacher. 17 solcher Bohr- oder Schleifmühlen befanden sich im Essener Stiftsgebiet.
Dagegen war die Stiftsmühle oder Brecklinghausmühle eine reine Getreidemühle, die vom Siepenbach gespeist wurde. Sie stand unterhalb der Graben-/Gelsenkirchener Straße.
Nachdem sich die Preußen 1803 das Stiftsgebiet einverleibt hatten, wurden die Gewehrindustrie nach Berlin Schöneberg verlegt.
1896/97 waren alle Mühlen in Stoppenberg abgebrochen.
Es gab in Stoppenberg auch eine mit Dampfkraft betriebene Pulvermühle; leider ging sie am 30. Januar 1870 zu Bruch. Eine Explosion machte der Mühle auf dem Wallmann Hof ein Ende. Nicht nur großer Sachschaden war zu beklagen, sondern auch ein Arbeiter fand bei der Verpuffung des Pulvers den Tod.
1834 trat der “Deutsche Zollverein” in Kraft; für die Gemeinden wurden die Waren billiger.
1846 - 1847 teufte man die Zechen Zollverein und Königin Elisabeth ab.
In Altenessen wurde 1856 Zeche Karl, 1870 Zeche Helene, 1872 Zeche Fritz und Heinrich, 1873 Zeche Emil und Zeche Emscher abgeteuft.
Der Hauptlebensnerv der Gemeinden war die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus. Die bäuerliche Weiterentwicklung ging zu Ende. Die Industrie hielt auch im Dorf Stoppenberg mit der Zeche Friedrich Ernestine 1871 ihren großen Einzug. Die durchschnittliche Belegschaft der Stoppenberger Zeche betrug, nachdem die Förderung gut angelaufen war, 1.500 Mann.
Durch das Aufkommen der Dampfmaschinen, die schon 1809 auf Essener Zechen zur Wasserhaltung eingesetzt waren, konnte man die wasserführende Mergelschicht durchdringen und Tiefbauschächte abteufen. Franz Haniel setzte sie als erster ein. Auch die Fördermaschinen und Grubenlüfter wurden mit der Dampfmaschine getrieben.
Mit der Dampfmaschine wurde auch gleichzeitig die Schiene erfunden. Auf dem “Eisernen Weg” konnten Personen und Güter in bis dahin nicht gekannten Geschwindigkeiten und Größenordnungen befördert werden.
Auch das Gebiet der alten Bürgermeisterei Stoppenberg wurde durch die Eisenbahn erschlossen. Von den einzelnen Bergwerken wurden die Hauptlinien der Eisenbahnen angefahren.
Hierdurch kamen Menschen, Kapital und Macht in die Bauerschaften.
Viele Stoppenberger Bauern verkauften ihr Land an die Bergwerksunternehmer zu meist guten Preisen.
Verkaufen oder kaufen konnten die Bauern erst ab 1815 nach den Befreiungskriegen; denn nun waren sie Eigentümer auf ihrer Scholle, dem Fürsten oder der Kirche (Stift) nicht mehr verpflichtet.
Der große Landkampf von Krupp oder von den Zecheneignern wäre ohne dieses von den Franzosen übernommene System nicht möglich gewesen.
Denn die Franzosen hatten nach der Einnahme von Essen (Preußen) das Lehnsrecht und die Vorrechte des Adels aufgehoben.
Das Kapital kam von auswärts, zum Teil sogar aus dem Ausland.
Die Bauern waren nun durch den Geldgewinn auch Unternehmer. Sie errichteten Ringofenziegeleien und verbrannten mit Hilfe der Steinkohle aus dem Karbon den eiszeitlichen Lößlehm, der so lange Getreide getragen hatte zu Ziegelsteinen.
Ziegel wurden für Industriebauten, Zechenkolonien, Kirchen und Schulen gebraucht.
Es bildeten sich auch Bauunternehmungen; im Stoppenberger Raum erinnere ich mich an die Firmen Brecklinghaus, Müller, Bergfort usw.
1904 entstand das Eisenkonstruktionswerk Steffens und Nölle am Bahnhof Stoppenberg, Eisenhoch- und Brückenbau wurden hier in Angriff genommen. Eine Eisengroßhandlung mit Lagerplätzen und Lagerhäusern und ein Bahnanschlußgehöten dazu. Etwa 500 Arbeiter fanden in diesem Betrieb Beschäftigung.
Auch die ehemaligen Kleinbetriebe wie Schmieden, Schlossereien, Klempnereien und Schreinereien hatten gute Aufträge.


Die Montanindustrie braucht Arbeitskräfte

Die Zechen wurden unbehindert von Bebauungsplänen in die Landschaft gesetzt.
Man brauchte Arbeitskräfte, mehr als der Bauernstand abgeben konnte. So kam es, dass viele Menschen von auswärts nach Stoppenberg kamen.
Die Einwohnerzahl (ohne die dazu gehörende Bauernschaften) stieg beispielsweise von 1609 im Jahre 1868, auf 4209 im Jahre 1892. Bei der Eingemeindung nach Essen zählte Stoppenberg 14235 Einwohner; das war 1929.
Aus allen Herren Länder kamen Menschen scharenweise und ohne Unterbrechung, die in der Regel dauernd und nur selten vorübergehend ihren Aufenthalt mit oder ohne Familie hier nahmen, angelockt durch den schönen Verdienst.
Alle Häuser waren bis unter die Dächer voll.
Der Bürgermeister und die Gemeinderäte waren höchst beunruhigt, da der Zuwachs aus nichts als armen Leuten bestand.
Und was geschah beim Eintritt der schlechten Wirtschaftstage?
Die Unternehmen profitierten und machten sich wenig Gedanken. Die Steuergesetzgebung war für sie gut, sie konnten große Gewinne verbuchen. Lohnnebenkosten in Form von Sozialversicherung gab es zunächst nur auf freiwilliger Basis.
Die Bürgermeisterei sah darin gewisse Nachteile.
Die Inhaber der zur Bürgermeisterei Stoppenberg gehörenden Zechen, Kokereien und Fabriken waren auswärtige Aktiengesellschaften, die zu den Kommunallasten, den Schul- und Kirchenbedürfnissen nicht viel leisteten.
Ging die Konjunktur zurück, wie 1873, wurden Bergleute und Hüttenwerker entlassen.
Wer seinen Arbeitsplatz behalten wollte, mußte Lohnkürzungen billigen.
Trotz allem Aufwärts in der Industrie, ging der an der Scholle klebende Landmann zugrunde, da er allein die Steuerlast der Gemeinde zu tragen hatte.
Die Industriellen dagegen machten schöne Gewinne, ohne die Gemeinde zu unterstützen.
Trotz allen Gewinnstrebens gab es auch Unternehmen, die sich um die Arbeiter bemühten. Es waren keine Zeichen der Nächstenliebe, sondern eine Bindung der Arbeiter an ihren Arbeitsplatz.
Krankenversicherungen (Knappschaft) wurden eingeführt, Zechenkolonien wurden gebaut, dazu Schulen und Kirchen.
Die erste zweiklassige Schule von 1826 auf dem Kapitelberg war zu klein geworden; so baute man 1868 am Distelkamp eine neue Schule für 250 Kinder und 1900 die Bismarckschule am Rathaus.
Die Gemeindekasse wurde vom Gemeinderat kontrolliert, der sich aufgrund der Zusammensetzung auch wenig für die zugezogenen Neubürger verantwortlich zeigte.


Die Kirchen, ihre Verantwortung, ihre Entfaltung

Da katholischen Rheinland die antikatholische Haltung des protestantischen Preußens auf keine Gegenliebe gestoßen war, bemühte sich die Katholische Kirche verstärkt aufzutreten. Es wurde eine Reihe von Vereinen gegründet, die auch in Stoppenberg ihren Einzug hielten; etwa der Borromäusbücherverein (1856), der Knappenverein (1862), der Kolpingverein (1869) usw.
Der Knappenverein spendete Geld zur Errichtung des Barbara-Altars in der Nikolauskirche, die 1906/07 erbaut wurde.
Unterhalb des Berges wurde 1887 das St. Vincenz Hospital errichtet, geleitet und versorgt von den Schwestern der hl. Elisabeth.
Nach der Reichsgründung erhielt der Katholizismus mit dem "Zentrum" auch eine politische Partei.
Auf das Zentrum entfielen in Stoppenberg bis 1933 immer mehr als 25% der Stimmen.
Mit der Industrie kamen auch evangelische Arbeiter nach Stoppenberg. Um 1900 war die Gemeinde zu 5ß% evangelisch. 1899 erlangte die ev. Kirchengemeinde ihre Selbständigkeit.
Auf dem Grundstück am Marktplatz, einem Geschenk der Bergwerksgesellschaft, wurde ein neugotisches Gotteshaus, die Thomaskirche, errichtet. 1904 entstand das große Gemeindehaus.
Als die Stiftskirche auf dem Kirchberg die große Anzahl der kath. Pfarrmitglieder nicht mehr faßte, mußte eine neue große Kirche gebaut werden.
1906 erfolgte die Grundsteinlegung, und es entstand eine Kirche in Kompaktbauweise mit gotisierenden Merkmalen und 2-Turmfassade. Der Erbauer dieses Meisterwerks christlicher Baukunst hieß Carl Moritz.
Am 17. Oktober 1907 wurde die St. Nikolauskirche konsekriert. Sie gilt als schönste Jugendstilkirche Deutschlands.


Arbeitskämpfe

In der Revolution von 1848 blieb in Stoppenberg alles ruhig. Aber bei den Bergarbeiterstreiks von 1872, 1889, 1905 und 1912 beteiligten sich die Stoppenberger Bergleute. Um die soziale Lage zu verbessern, wurden sie durchgeführt.
Der große Streik von 1889 ging von der Zeche Friedrich Ernestine aus. Die Pferdejungen der Zeche streikten als erste.
Die Bergleute waren verbittert; nach ihren Vorstellungen sollte der Durchschnittslohn von 2,80 auf 3,50 Mark angehoben werden. Außerdem forderten sie die Achtstundenschicht und eine Verbesserung im Knappschaftswesen.
Die gut organisierten Zechenleitungen lehnten stets jegliche Verhandlungen mit Streikkomitees ab. Gewerkschaftliche Organisationen der Arbeiter wurden vom Staat nicht genehmigt.
Hier war Bürgermeister Hoeren der Helfer der streikenden Bergleute; da er auch gleichzeitig Polizeichef war, ließ er seine Beamten bei den Streiks und Versammlungen nicht einschreiten.
Am 04. Mai 1889 verweigerten in Essen 21.000 Bergleute die Seilfahrt. Das war der größte Streik, den die Welt bis dahin gesehen hatte.
Der Bürgermeister und die Wortführer des Streiks standen bald auf der schwarzen Liste der Zechenbarone.
1891 wurde Josef Hoeren in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Ein Straßenname erinnert an diesen vorbildlichen Stoppenberger Bürgermeister.
Die Sozialdemokraten hatten es in Stoppenberg zunächst schwer, Fuß zu fassen. Der Ortsverein wurde erst am Ende des 19. Jahrhunderts gegründet.
Wenn auch bei dem Streik nur wenig an Lohnerhöhung herauskam, so war doch die solidarische Haltung von großer Bedeutung. Im Herbst 1889 fand dieser Lernprozess seine Bedeutung in der Bildung von Gewerkschaften. Diese waren die Vorrufer der IGBE (Industrie Gewerkschaft Bergbau und Energie).


Stoppenberg in der Wilhelminischen Zeit

Auf alten Postkarten von Stoppenberg sieht man viele wilhelminische Bauten.
Das erste Rathaus von 1853 trug auf dem Dach einen großen preußischen Adler.
Das neue Rathaus baute man 1891 im Stil französischer Spätrenaissance.
Der Kaiser Wilhelm Turm auf dem Hallo entstand 1897 bis 1899. Der Gedanke war von Bürgermeister Meyer gekommen. Durch Spenden und Sammlungen wurde der Bau des achteckigen Aussichts- und Gedenkturms erst möglich. Das frühgotische Bauwerk war 43 Meter hoch. Vor dem Hauptportal stand ein Geschütz, ein Geschenk des Kaisers.
1908 wurde der Hallo angekauft, ein Wirtschaftsgebäude und Schießstand schuf die Bürgermeisterei für ihre Bürger. Der Hallo-Wald mit seinem Turm wurde zur Stätte der Erholung. Im letzten Krieg erlitt der Turm durch Bomben und Beschuss starke Beschädigungen, man sprengte ihn in den siebziger Jahren.
Stoppenberg wollte mit diesem Denkmal, den Bauten und den Park die Verbundenheit, mit der zur Kultfigur des Vaterlandes erhobenen Person Kaiser Wilhelm I., dokumentieren.
Im Sommer 1900 begann man mit dem Bau eines Bahnhofes. Große Anstrengungen und finanzielle Opfer der Bürgermeisterverwaltung waren notwendig, um den Personen- und Güterbahnhof an der Strecke Essen - Gelsenkirchen Bismarck - Winterswyk anzulegen.
Gleichzeitig, und das war sehr wichtig, sollte eine Verbindung der beiden durch Essen führenden großen Eisenbahnlinien geschaffen werden. Dann konnte man von Essen Hauptbahnhof zum Bahnhof Altenessen, der 1847 gebaut worden war, fahren. Die Bergisch-Märkische- und die Cöln-Mindener-Eisenbahngesellschaften waren nun miteinander verbunden.
Die "Elektrische" (Straßenbahn), die Essen mit Stoppenberg verband, wurde schon 1898 eingerichtet.
Straßen wurden befestigt und Gaslaternen aufgestellt.
Wasserleitungen, Kanalisation, und die Begradigung der alten Bäche wurden in Angriff genommen.
Der Barbarossaplatz mit den umliegenden Wirtshäusern und den drei Kirchen, sowie Rathaus und Schulen, waren nun Mittelpunkt der Gemeinde.
1897 wurden die amtlichen Straßennamen eingeführt; die Beschlüsse über die Auswahl der Namen waren schon 1892 gefaßt worden. Der örtlichen Überlieferung wurde im Laufe der folgende Jahre genügend Rechnung getragen.
Die Post, die in Stoppenberg ab 1874 eine Agentur besaß, konnte nun die Briefe schneller und besser zustellen.
1906 war die Bürgermeisterei die der Einwohnerzahl nach größte Landgemeindeverwaltung des Deutschen Reiches. Acht Gemeinden, die jede eine eigene Vertretung und einen eigenen Haushalt hatten, zählten dazu.
Der 01. Oktober 1906 brachte dann eine Dreiteilung dieser großen Gemeinde:
1. Die Bürgermeisterei Kray Leithe unter Bürgermeister Ludwig Kohlen
2. Die Bürgermeisterei Rotthausen unter Bürgermeister Heinrich Hohoff
3. Die Bürgermeisterei Stoppenberg unter Bürgermeister Carl Meyer
Im April 1908 wurde Huttrop von Stoppenberg nach Essen eingemeindet.


Die Zeit der beiden Weltkriege

Mit großer vaterländischer Begeisterung ging Deutschland am 1. August 1914 in den Krieg, der denn allein 1,8 Mill. eigenen Soldaten das Leben kostete und mit einer folgenschweren Niederlage endete.
Auch die Stoppenberger standen ihren Mann; 1109 Militärpflichtige und 4639 Landsturmmänner meldeten sich zur Stammrolle.
Im Laufe des Krieges gerieten 244 Stoppenberger (aus den gesamten Bauerschaften) in Gefangenschaft.
Am 04. September 1914 trafen die ersten Verwundeten, für das von der Bürgermeisterei Stoppenberg eingerichtete, mit 65 Betten ausgestattete Reservelazarett, in Schonnebeck ein.
Mit einer beispiellosen Opferwilligkeit wurde geholfen. Im kath. Krankenhaus Stoppenberg waren 80 Betten mit Verwundeten belegt.
Trotz des Krieges wurde 1915 vor der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus der Schwanhildenbrunnen eingeweiht.
Bürgermeister Meyer erwähnte in seiner Festrede, dass dieser Brunnen zu Ehren der Äbtissin Schwanhildis erstellt wurde.
Gleichzeitig feierte man im Januar 1915 das 25 jährige Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelm II., des obersten Kriegsherrn. Da an allen Fronten noch stolze Erfolge und Siege zu verzeichnen waren, durfte ein Hoch auf den Kaiser nicht fehlen.
Nahrungsmittel und Rohstoffe wurden aber schon knapp. Frauen mußten als Arbeitskräfte an vielen Stellen die Männer ersetzen. Je länger der Krieg dauerte, um so schlechter wurde die Lage.
Von unmittelbarem Kriegsschauspiel wurde die Bürgermeisterei glücklicherweise verschont, nur fand bei einem versuchten Angriff feindlicher Flieger in der mondhellen Nacht vom 6. zum 7. Juli 1917 ein lebhaftes Abwehrfeuer von aufgestellten Batterien statt.
Bei Kriegsende herrschte Unterernährung, Tuberkulose und hohe Säuglingssterblichkeit.
Die amerikanischen Quäker verteilten ab 1920 für deutsche Kinder Mahlzeiten.
Von den noch im Bürgermeisterverband gebliebenen Gemeinden fanden im Krieg 1283 Soldaten den Tod.
Am Fuße des Hallo, mitten im Grünen, wurde eine Gedenkstätte errichtet. Dieses Ehrenmal für die Gefallenen wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstört.
Der Kapp-Putsch mit seinen Auswirkungen forderte auch in Stoppenberg beim Kampf um die Villa von Dr. Kondring, zwischen der grünen Sicherheitspolizei und der roten Ruhrarmee ("Spartakisten"), Tote und 29 Verletzte.
Am 11.Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet. Reparationen, die für die Kriegsschäden anstanden, sollten durch diese Zwangsmittel eingetrieben werden.
Der Bahnhof Stoppenberg wurde Versorgungsbahnhof für Essen.
Bürgermeister Meyer mit seinem Stellvertreter Alfers, Polizeikommissar und der Direktor der Stoppenberger Berkwerke, Herr Steinweg, wurden verhaftet und waren in Werden im Zuchthaus inhaftiert.
Es herrschte Belagerungszustand.
Eine Folge der Ruhrbesetzung war die Arbeitslosigkeit. In Stoppenberg verzeichnete man erstmals wieder viele Arbeitslose; hinzu kam noch die große Inflation.
Ab Oktober 1924 bis 1925 zogen die Besatzungstruppen aus dem Ruhrgebiet zurück.
In den 20er und 30er Jahren entstanden eine Reihe neuer Siedlungen, die noch für das heutige Stoppenberg charakteristisch sind (z.B. Bauvereinsiedlung).
1929, am 1. August trat das Gesetz über die kommunale Neugliederung in Kraft. Auch Stoppenberg, mit denen noch im Verband gebliebenen Gemeinden, gehörte nun zur Stadt Essen.
Trotz der schlechten Wirtschaftslage konnten die Nationalsozialisten in Stoppenberg nicht die große Mehrheiten der Stimmen bekommen. Die Wahlen am 5. März 1933 zeigten, dass das Zentrum und die Arbeiterparteien KPD und SPD, mit 40 % der Stimmen, eine bedeutsame politische Kraft darstellten, im Gegensatz zur NSDAP.
Mit Behinderungen und stärkstem faschistischem Terror wurden dann nach 1933 alle anderen Richtungen ausgeschaltet und verboten. Die Nationalsozialisten gebrauchten ihre Macht nach der Machtübernahme brutal und rücksichtslos.
Die Opfer kamen aus den Reihen der Stoppenberger Kommunisten, Sozialdemokraten und der Kirchen.
Die sogenannte "Reichskristallnacht" fand in Stoppenberg nicht statt; hier gab es keine jüdischen Geschäfte und Kaufleute.
Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges waren noch größer als die des Ersten.
Bei mehreren Großangriffen auf Essen wurde auch der Vorort Stoppenberg schwer in Mitleidenschaft gezogen. 50% der Wohnungen waren ausgebombt oder stark beschädigt. Tote und Verwundete gab es zu beklagen. Allein auf dem Ehrenfriedhof am Hallo befinden sich 120 Grabplatten von Bombenopfern und Soldaten.


Von 1945 bis heute

Bei Kriegsende im Mai 1945 herrschten Hunger, Wohnungsnot, Mangel an Heizmaterial. Es war wie die Stunde Null. Wer mit heiler Haut davongekommen war, erwachte wie aus einem Zustand der Betäubung. Das Krachen der Boben und Granaten noch in den Ohren, bejubelten wir die Amerikaner als Befreier, obwohl in den Zeitungsberichten der US-Besatzes zu lesen war:
"Deutschland ist nicht befreit worden, sondern ein besiegter Feindstaat."
Die US-Besatzer wurden dann von den Engländern abgelöst, und Stoppenberg gehörte zur "Englischen Besatzungszone".
Erst mit der Währungsreform 1948 wurde das Leben wieder lebenswert.
In der Gemeinde bildete sich 1945/46 ein antifaschistischer Bürgerausschuss, der sich aus den ehemals verbotenen Parteien und der neu gegründeten CDU zusammensetzte. Aus dem Bürgerausschuss bildete sich 1975 die heutige Bezirksvertretung.
In Stoppenberg waren die Kohlenbergwerke kaum beschädigt worden, sie arbeiteten gut und förderten viel Kohle, und in zwei vorhandenen Kokereien wurde die Kohle zu Koks und den anfallenden Kohlenebenprodukten verarbeitet.
Der Bergbau warb mit sicheren Arbeitsplätzen und guter Bezahlung. Viele Neubergleute kamen nach Stoppenberg.
Dann folgte die erste Kohlekrise, obwohl in Stoppenberg die Großkokerei Zollverein sich noch im Bau befand (1958 - 1961).
Hier wurden dann bei Vollbetrieb 12.000 to Kohle zu10.000 Tonnen Koks verkokt.
Als erste wurde die Kokerei Friedrich Ernestine stillgelegt (1959 - 60), danach folgte die gleichnamige Schachtanlage (1963).
Die Schächte der Zeche Zollverein, die auf Stoppenberger Gebiet lagen, wurden auch geschlossen. Schacht 12 übernahm als Verbundbergwerk die Förderung.
Am 23. Dezember 1986 wurde die letzte Schicht verfahren. Der Stolz des Bergbaus, wie man die Schachtanlage nannte, förderte nur noch Wasser für die Wasserhaltung im Ruhrgebiet.
Heute ist die gesamte Zeche mit Kesselhaus und Nebenanlagen als Bergbaudenkmal, in ihrer alten Substanz, gesichert. Die Restaurierung wird wohl noch bis zum Jahr 2000 dauern; dann besitzen wir hier ein Zechendenkmal, in dem die schönen Künste ein Zuhause haben, eine Hochburg für Designer und eine Pilgerstätte für Architekten. Die Schachtanlage ist das "Zugpferd" der Internationalen Bauausstellung "Emscher Park".
Am 30. Juni 1993 gingen dann auch die Öfen auf der Kokerei Zollverein aus. 1120 Arbeitsplätze verlor man bei der Schließung der letzten Ruhrkohle - Kokerei auf Stoppenberger Gebiet; sie wartet nun auf ihren Abbruch.
Das alte Stoppenberg ist zwar nicht ganz verschwunden, aber es hat sich vieles verändert.
Es wurde auch viel Neues gebaut.
Am Hallo entstand die Sportanlage mit ihrem schönen grünen Umfeld.
Am 15. April 1961 legte der erste Bischof von Essen, Dr. Franz Hengsbach, den Grundstein zum Bau des Klosters "Maria in der Not" auf dem Stoppenberg.
Im Juni 1964 zogen die Kölner Karmelitinnen in das neue Kloster ein. Hier wurde für Stoppenberg Vergangenheit und Zukunft wieder lebendig.
Auf der alten Kapitelwiese, fast im Herzen von Stoppenberg, wurde am 2. Mai 1968 der Grundstein für das "Gymnasium Am Stoppenberg" gelegt.
Zum heutigen Schulzentrum gehört eine Realschule und eine Hauptschule.
Das St. Vincenz Krankenhaus bekam eine große Erweiterung in einem angepaßten Anbau.
Auf dem ehemaligen Zechengelände wurde das Gewerbegebiet "Ernestine" erbaut.
Siedlungen mit Hochhäusern wurden auf dem Salkenberg und an der Arendahlswiese gebaut. Der Mathiashof entstand am Fuße des Salkenberges mit schmucken Wohneinheiten.Durch die Aufschüttung am Salkenberg entsteht ein Park mit Wanderwegen.
Die Zukunft ist stets voll Überraschungen, das lehrt uns die Geschichte, hoffentlich sind es für Stoppenberg nur erfreuliche.


Hans und Marianne Haneke

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